Krisenbegleitung

Ein untröstlich weinendes Baby wird häufig zur Belastungsprobe für die ganze Familie, die Eltern stossen an physische und psychische Grenzen. Das Baby kommt nicht zur Ruhe, die Energie der Eltern ist aufgebraucht. Oder es gibt andere Themen rund um die kindliche Regulation, welche die Eltern nicht verstehen, das Kind isst nicht richtig, das Stillen klappt nicht, das Schlafen ist schwierig, oder Eltern sind besorgt, weil sie ein Verhalten- oder Ausdrucksprozess des Kindes nicht verstehen. Sie fühlen sich gefordert oder überfordert im Zusammensein mit dem Kind. Stress durchdringt den neuen Alltag von dem Sie sich Verbundenheit und Freude erhofft hatten. In einer solchen Krisensituation werden unbewusste Verhaltensmuster aktiv, wodurch die Regulationsfähigkeit sowie die Beziehungs- und Bindungsfähigkeit deutlich abnehmen. Verzweiflung und Hilflosigkeit bestimmen das Zusammensein mit den Babys. Besonders schmerzhaft ist für die Eltern der Verlust des emotionalen Kontaktes zum Kind. Neben einer allgemeinen Gereiztheit sind körperliche Verspannungen, Erschöpfungszustände und Schlafstörungen die häufigsten Symptome der postnatalen Krise auf Seiten der Eltern.

Die Emotionelle Erste Hilfe (EEH) ist eine Krisen- und Entwicklungsbegleitung des Elternwerdens und Elternseins. Die Wurzeln der Arbeit liegen in der der körperorientierten Psychotherapie sowie in den Erkenntnissen der Gehirn-, Bindungs- und Traumaforschung. Im Mittelpunkt der EEH steht die Unterstützung und Erhaltung der emotionalen Bindung zwischen Eltern und Kind. Es geht darum, die Dynamik in der Krise zu erkennen und die Gefühls- und Körperreaktionen, die belastende Situationen hervorrufen, zu verstehen. 

Die EEH arbeitet mit körperorientierten Methoden. Durch Gespräche und sanfte Körpertherapieverfahren wird es möglich, den Kreislauf von Stress, Körperanspannung und Bindungsverlust zu unterbrechen. Die Eltern finden wieder mehr Sicherheit und Halt in ihrem eigenen Körper. Die Wahrnehmungs- und Resonanzfähigkeit wird dadurch erweitert. Sie werden sicherer darin, die Bedürfnisse ihres Kindes zu erkennen und zu beantworten. Kommen die Eltern zu mehr Sicherheit, Stabilität und Haltefähigkeit ist das oft schon die Basis dafür, dass das Kind aus seinem Muster kommen kann. Manchmal bricht es mehr und wir unterstützen die Babys mit Berührungs- und Körperarbeit dabei, seine Belastung zu integrieren und früh aufgebaute Schutz- und Abwehrmuster loszulassen..

Im Verlauf dieser körper- und bindungsbezogenen Eltern-Kind-Begleitung können  traumatisch bedingte Krisendynamiken gelöst werden, wodurch das Baby zu seiner natürlichen Selbstregulation zurückfindet. Die Zeit des frühen Eltern-Seins ist eine sehr berührbare Zeit, wo wir uns selbst und unseren Herkunftsthemen und -prägungen sehr nahe sind. Deshalb liegt in dieser Zeit auch ein Potenzial, neue Wege zu gehen. 

In der Krisenbegleitung unterstützen wir Sie…

  • bei unruhigen, verspannten und häufig weinenden Babys

  • bei Babys nach überwältigenden Erfahrungen rund um Schwangerschaft, Geburt und erster Lebenszeit
    (z.B. Kaiserschnitt-Geburten, verfrühte Trennungen, Operationen)

  • bei Babys mit Schlaf- und Trinkproblemen

  • bei Babys, die kein Interesse an ihrer Umwelt zeigen

  • bei Eltern, die infolge der beschriebenen Situationen völlig verzweifelt und hilflos sind

  • bei Eltern, die gewaltvolle Impulse gegenüber ihrem Baby spüren und/oder diese körperlich mißhandeln

  • bei Eltern, die sich chronisch erschöpft und überfordert fühlen